Doppelte Medaillenpalette bei Deutscher Meisterschaft
Am 27. und 28. Juni fanden unter tropischen Bedingungen die Deutschen Einzelmeisterschaften der Erwachsenen im Ju-Jutsu Fighting und Brazilian-Jiu-Jitsu in Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) statt. Unter den knapp 300 qualifizierten Kämpfer*innen waren acht Schützlinge des Judo-Club Erbach.
Eugen Potieiev im Kampf mit Mohammad Haris Amin
Den Start machte am Samstag (27.06.) Eugen Potieiev, dem einzigen Erbacher-BJJ-Kämpfer bei dieser Meisterschaft, der in der Kategorie Senioren bis 62 kg antrat.
In seinem Auftaktkampf traf er auf den Sachsen Stefan Hartig. Eugen ging dank einer Wurftechnik früh mit 2:0 in Führung. Diese konnte er bis zum Ende verteidigen und den Kampf gewinnen. Eugens nächster Kampf ging gegen den Baden Jonas Dehoff. Auch diesen konnte er über diese gesamte Kampfzeit dominieren und gewann schließlich mit 8:0. Nun ging es im letzten Kampf gegen Mohammad Haris Amin (Schleswig-Holstein), in dem es um nichts weniger als die Goldmedaille ging. Eugen trat auch hier gut auf, gab durch eine kleine Unachtsamkeit jedoch unnötige Punkte ab. Er kämpfte sich gut zurück und schaffte es, den Rückstand durch eine eigene Haltetechnik auf 4:3 zu verkürzen. Doch der letztendliche Durchbruch gelang ihm nicht und er unterlag denkbar knapp.
Dies bedeutete eine dennoch sehr starke Silbermedaille für den gebürtigen Ukrainer.
Manju Oberle wirft ihre Gegnerin mit einer großen Außensichel
Anschließend kämpfte Manju Oberle in der Kategorie U21 bis 63 kg.
Ihre Gruppe startete im Viertelfinale und Manjus erster Kampf ging gegen Amelie Rother (Niedersachsen). Die Erbacherin kämpfte gewohnt souverän und ließ ihrer Gegnerin kaum eine Chance. Sie gewann vorzeitig durch technisches K.o. und zog ins Halbfinale ein. Hier traf Manju auf Jasmin Buschky. Auch die Thüringer Kämpferin konnte der erfolgreichsten Athletin des JC Erbach nichts entgegensetzen, was in einem 12:3-Sieg für Manju mündete.
Ihre Finalgegnerin Frida Förster aus Sachsen-Anhalt könnte verletzungsbedingt leider nicht antreten, wodurch Manju automatisch der Sieg zugesprochen wurde und sie ein weiteres Mal Deutsche Meisterin wurde.
Tobias Mück punktet mit einem Rückhandschlag
Auch Tobias Mück (U21 bis 85 kg) erwischte einen sehr guten Tag und erlaubte sich kaum Fehler.
Seine ersten beiden Kämpfe in der Vorrunde gegen David Amann (Württemberg) und Maximilian Schumann (Bayern) gewann er noch deutlich vor Ablauf der Kampfzeit durch technisches K.o. und zog so ins Halbfinale ein. Der Hamburger Jean Freire Castillo stand ihm gegenüber, der jedoch gegen den enorm dominant und überlegt auftretenden Erbacher keinerlei Konzept hatte. Tobias gewann ein weiteres Mal vorzeitig.
Somit stand ein weiteres Mal ein Erbacher im Finale um den höchsten nationalen Titel. Hier traf er auf Jannes Nienhaus aus NRW. Beide Sportler lieferten sich ein spannendes Duell. Im Schlag- und Trittbereich waren sich die beiden lange ebenbürtig, doch im Wurfbereich konnte Tobias seine Techniken nicht optimal durchbringen. Erst in letzter Sekunde gelang ihm durch absolute Willensstärke der entscheidende Wurf, der ihm schlussendlich auch den Sieg einbringen sollte. Somit wurde Tobias verdient Deutscher Meister 2026.
Leany Rohde (links) im Duell mit Jette Kuhn
Außerdem ging am Samstag Leany Rohde im Fighting in der Kategorie U21 +70 kg auf die Matte, wo sie es mit zwei Bundeskaderathletinnen zu tun hatte.
Zunächst traf sie auf Kim Wörner (Württemberg). Lange hielt sie den Kampf spannend, konnte die vorzeitige Niederlage zuletzt jedoch nicht abwenden. Und auch gegen die amtierende Vizeeuropameisterin Jette Kuhn hielt sie gut mit, war in den entscheidenden Momenten jedoch nicht mutig genug und konnte sich nicht mit einem Sieg belohnen.
So sprang am Ende eine gute Bronzemedaille für Leany heraus.
Johannes Laun mit seinem Trainer Georg Keßler
Am Sonntag (28.06.) kämpften ebenfalls vier Erbacher, denen ebenfalls sehr gute Leistungen Ju-Jutsu Fighting gelangen.
Hier begann Johannes Laun in der Kategorie U21 bis 77 kg gegen Samuel Tustas aus Hamburg. Johannes startete gut in das Turnier, war treffsicher in Part 1 und auch in Part 2 kraftvoll. Nur durch eigene Fehler wurde es ein wenig spannend, doch der Odenwälder setzte sich mit 13:12 durch. Auch sein nächster Kampf hatte einen ähnlichen Verlauf, den es gegen den badischen Ju-Jutsuka Alexander Hanke zu bestreiten galt. Auch hier waren sich beide ebenbürtig, doch am Ende hatte Johannes in der Unterbewertung die Nase vorn und siegte bei Punktgleichstand von 14:14.
Damit stand er im Halbfinale. Dieses galt es gegen Edin Murkic (Brandenburg) zu bestreiten. Hier war Johannes zu Beginn leider zu unaufmerksam, gab schnell Punkte ab und musste sich geschlagen geben. Es folgte der Kampf um Platz 3 gegen Cahal Mohr (Baden). Hier fand er wieder zu seinem vorherigen Niveau zurück. Am Ende profitierte Johannes von der Disqualifikation seines Gegners, der sich zu viele Strafpunkte angesammelt hatte.
Somit gewann Johannes Bronze in seiner erst zweiten Wettkampfsaison.
Nikas Manschitz im Duell mit Rudolph Schophaus
Ihm folgte Nikas Manschitz, der in seinem letzten U21-Jahr schon bei den Senioren in der Gewichtsklasse bis 69 kg auf die Matte ging.
Sein erster Kampf ging gegen Marten Beier (Hessen). Die beiden waren schon bei vorherigen Meisterschaften häufiger aufeinandergetroffen, stets mit besserem Ende für den Nikas. Doch dieses Mal war der Kampf deutlich knapper. Erst ein kurz vor Ende ausgeführter Halbkreisfußtritt zum Kopf, der mit drei Punkten gewertet wurde, führte Nikas auf die Siegerstraße (14:10). Im nächsten Kampf wartete der Bundeskaderathlet Rudolph Schophaus aus Niedersachsen. In Part 1 fand ein ebenbürtiges Duell statt, doch in Part 2 hatte Nikas durch sein deutlich niedrigeres Gewicht sichtbare Probleme. Leider wurden, vor allem in Part 1, viele der 50:50-Entscheidungen an diesem Tag gegen Nikas gewertet, wodurch er mit 11:6 unterlag.
Nikas letzter Kampf ging mit Leo Dworak gegen einen weiteren Hessen. Dem Erbacher gelang es, über die gesamte Kampfdauer Dominanz auszustrahlen, und er gewann mit 15:8. Somit wurde Nikas Deutscher Vizemeister.
Mario Stefan (rechts) im Kampf mit Luis Schwenkert
Ebenfalls in der Gewichtsklasse bis 69 kg, nur in der U21, trat Mario Stefan an.
Nach einem Freilos ging sein erster Kampf gegen den Bayer Lukas Feil. Mario startete fulminant. Er gewann schnell und verdient durch technisches K.o. und zog ins Halbfinale ein. Hier wartete mit Luis Schwenkert der amtierende Vize-Europameister. Mario verkaufte sich teuer, hatte jedoch vor allem in Part 2 nicht genug entgegenzusetzen. Er verlor mit 19:8.
Durch das „kleine Finale“ gab es jedoch noch die Chance, eine Medaille mitzunehmen. Hier traf er auf Theodor Pfingsten aus Niedersachsen. Auch hier trat er gut auf, hatte jedoch mit einigen zweifelhaften Kampfrichterentscheidungen Pech und so war der Punktestand durchgehend ausgeglichen. Dies änderte sich auch nicht bis zum Ende des Kampfes, wodurch Mario denkbar knapp mit 14:13 an Bronze vorbeischrammte und leider auf Platz 5 landete.
Alex Pecoraro kämpft in Part 2
Der leichteste Erbacher des Tages war Alex Pecoraro. Er traf in der Kategorie U21 bis 56 kg auf den Bundeskaderathleten Olaf Figlus, der auch sein einziger Gegner war.
Zunächst hielt Alex gut mit, verlor sich jedoch zunehmend in Unkonzentriertheiten und verlor den Kampf nach zwei unerlaubten Techniken. Im Rückkampf startete Alex ebenfalls gut, bis sein Gegner sich ohne Fremdeinwirkung verletzte und aufgeben musste. Dadurch holte Alex die Goldmedaille, wenn auch etwas glücklich.
Trainer Georg Keßler auf dem Coachingstuhl
Die Ausbeute des JC Erbach war somit sehr ansehnlich: drei Goldmedaillen, zwei Mal Silber und zwei Bronzemedaillen gehören zu den besten Ergebnissen der Vereinsgeschichte.
Entsprechend zufrieden zeigten sich die Trainer Jochen und Georg Keßler, deren harter Einsatz mit großartigen Erfolgen ihrer Schützlinge belohnt wurde.